Voll im Trend: Slacklining

Ob Slacken, Slacking oder Slacklining, akrobatisches Balancieren auf dem Balanceband ist der Outdoor-Trendsport des Sommers. Das Balanceband, auch Line genannt, wird zwischen zwei stabilen Punkten befestigt und gespannt und schon gehts los: Angefangen beim einfachen Stehen oder Gehen auf dem Band bis zum Springen, Drehen oder sogar Handstand gibt es unendlich viele Tricks und Variationsmöglichkeiten.

Slacklining ist in erster Linie eine Outdoor-Sportart, kann aber auch drinnen ausgeübt werden. Für einfache Übungen werden lediglich das Band und die Befestigungsmöglichkeiten benötigt, draußen eignen sich dafür zum Beispiel Bäume. Beim Balancieren auf dem Seil kommt es auf Geschicklichkeit und Ausdauer an. Gleichzeitig werden Gleichgewichtssinn, Konzentrationsfähigkeit und Koordinationsvermögen geschult. Slacklining kann daher auch sehr gut für Sportarten als Trainingsmethode eingesetzt werden, die ein ausgeprägtes Gleichgewichtsgefühl erfordern, wie Reiten, Skifahren oder Klettern.

Wo beim Seiltanz das Drahtseil straff gespannt ist, um das Überqueren zu ermöglichen, kann das Band beim Slacklining auf verschieden Arten gespannt werden. Durch verschiedene Bandspannungen, variierende Höhen und wechselnden Untergrund haben sich bisher fünf verschiedene Arten des Slacklinings entwickelt.

Lowlines/Tricklines

Genau das Richtige für Einsteiger: Das Band ist niedrig (knie- bis hüfthoch) und schwach gespannt. Hier können einfache Übungen wie Stehen, Gehen, rückwärts Gehen, Umdrehen, Hinsetzen, Hinlegen oder Knien trainiert werden, bis eine gewisse Sicherheit auf dem Band erreicht ist.

Long Lines

Die Herausforderung liegt hier in der Länge des Bandes. Die Befestigungspunkte liegen sehr weit auseinander. Beim Gehen ist daher starke Konzentration gefordert, denn wenn das Band in Schwingungen gerät ist, ist es sehr schwer, die Stabilität wiederherzustellen.

Rodeo- bzw. Freestyle-Lines

Das Band wird so befestigt, dass es stark durchhängt. Durch die mangelnde Spannung ist das Überqueren wesentlich komplizierter und erfordert einen starken Gleichgewichtssinn. Hier kann sehr gut für das Gehen auf den Longlines geübt werden, da in beiden Fällen das Band durch den Slackliner sehr ruhig und stabil gehalten werden muss.

Highlines

Nur etwas für echte Profis. Die Line wird hoch angebracht, das können einige Meter sein oder auch hundert. Eine Extrasicherung ist unbedingt nötig und der Aufbau sollte Profis überlassen werden.

Waterlines

Hier wird das Band über einem Gewässer gespannt. Eine solche Line ist gut geeignet, um schwierigere Tricks zu üben, da beim Fall ins Wasser keine Verletzungsgefahr besteht.

Auch wenn Slacklining auf den ersten Blick aussieht wie der klassische artistische Seiltanz, der im Zirkus bewundert werden kann, so liegen die Wurzeln dieser neuen Trendsportart im Klettersport. Ursprünglich vertrieben sich Kletterer seit den 60er Jahren im Yosemite-Nationalpark (USA) Ruhe- oder Regentage damit, ihre Kletterausrüstung zum Balancieren zu nutzen und damit auch ihren Gleichgewichtssinn zu trainieren. Auch in Europa trainierten Kletterer ihre Balance auf diese Art, und sogar Skifahrer nutzten das Balancieren als Trainingsmethode. Eine breitere Fangemeinde hat das Slacklining allerdings erst nach der Jahrtausendwende begeistert. Mittlerweile gibt es sogar Vereine für Slacklining und es finden Wettbewerbe, sogenannte Slackfeste, statt.

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