Tipps für gute Eisenbahnfotos - Teil 1

Autor: Grimmtrain, 20.02.2010
 

Viele Eisenbahnfreunde sind nicht nur in die Modelle verschiedener Spurweiten der diversen Modellbahnschmieden verliebt, sondern beschäftigen sich gleichzeitig mit den großen Eisenbahnfahrzeugen und deren Fotografie.

Zum Thema „großes Vorbild“ gibt es reichlich Publikationen und Internetforen. In den meisten monatlich erscheinenden Eisenbahnfachzeitschriften findet der Eisenbahnfreund neben Berichten über Modellbahnneuheiten, Anlagenbau und Testberichten zu Modellbahnartikeln auch die News der großen Eisenbahn. Es finden sich in den Publikationen Fotos zu Lokomotivinnovationen, begleitende Bilder zu aktuellen Berichten über die Bahn, so wie spezielle Fotoserien zu Themen wie Eisenbahnstrecken, Bahnen im Ausland, Lokomotivbaureihen, Jubiläumsveranstaltungen, Museumsbetrieb, Straßenbahnen etc.

Die Bilder in den Zeitschriften werden mit Freude genossen und animieren den ein oder anderen Leser dazu, selbst mit dem Fotoapparat auf die Pirsch zu gehen. Viele zieht es nun erst einmal in den nächsten Bahnhof, um dort auf Züge zu treffen, die fotografiert werden können. Vergleicht der Hobbyfotograf nun seine Ausbeute mit den Bildern in den Heften und Büchern, stellen sich dem Fotoamateur viele Fragen, die kaum in Publikationen behandelt werden.

Wie entstehen diese Bilder? Warum gibt es in Bildbänden meist nur Schönwetteraufnahmen? Wie findet der Fotograf die Motive? Gibt es ein Einmaleins der Fotografie? Und warum werden meine (Bahnhofs)-Bilder oft unscharf, schattig, zu dunkel und die Lokfront sitzt genau hinter dem Oberleitungsmast.

Neugierig geworden?

Gut. Jetzt will ich Ihnen mit ein paar Tipps und Informationen die Freude an der Fotografie vermitteln und Ihnen zu aussagekräftigen Bildern verhelfen.

An schönen Tagen verbringe ich meine Freizeit an der Main-Neckar-Bahn bei Weinheim. An dem „bekannten“ Traditionsmotiv bei Großsachsen - Heddesheim trifft sich die „Szene“ aus dem Rhein-Neckar-Raum. Warum stehen jetzt nachmittags/abends bis zu einem Duzend mit Kamera bewaffneter Männer und auch Frauen auf einer Feldwegbrücke? Grauhaarige, die mit dem Auto oder dem Zug aus ganz Deutschland anreisen, ebenso wie junge Schüler, die mit dem Fahrrad aus dem Nachbarort kommen? Ganz einfach: Hier ist ein tolles Landschaftsmotiv für die Bahnfotografen, das auch schon mehrfach mit verschiedenen Zügen in Zeitschriften und Büchern veröffentlicht wurde.

Lassen Sie uns diese Fotostelle stellvertretend für viele andere Motive näher betrachten. Dabei kann ich Ihnen gleichzeitig einige wichtige Punkte erläutern.

Die Feldwegbrücke über die zweigleisige, elektrifizierte, in südwestlicher Richtung verlaufende Bahnstrecke von Frankfurt über Darmstadt nach Mannheim-Friedrichsfeld bietet dem Fotografen einen erhöhten Fotostandpunkt.

Ein Blick von oben ermöglicht einen besseren Überblick über die Strecke und die sie umgebende Landschaft. Unten vom Bahndamm geschossene Bilder bringen den Zug zwar sehr groß und dominant aufs Bild, jedoch verdeckt der Zug nun die hinter ihm liegende Landschaft fast komplett.

Die Fans fotografieren nachmittags Züge, die nach Süden fahren. Sie stehen mit Ihren Kameras und Stativen mit Blickrichtung nach Norden links (Westseite) neben den Gleisen erhöht auf der Brücke. Vor ihnen befindet sich ein ca. 1000 Meter langes Streckenstück, das nicht mit Büschen und Bäumen zugewachsen ist. Die Züge sind somit nicht durch störende Vegetation teilweise oder ganz verdeckt. Von der Fotostelle lassen sich komplette Züge fotografieren, die besonders nachmittags ab ca. 16.00 Uhr schön ausgeleuchtet sind. Das heißt, die Sonne, strahlt jetzt die Züge aus dem Westen von der Seite an. Südwärts fahrende Züge werden nun in Fahrtrichtung auf der rechten Seite ausgeleuchtet. Auch die Stirnseite der Lok ist beleuchtet. Die Schatten der Oberleitungsmasten befinden sich aus Blickrichtung des Fotografen rechts vom Mast. Der Fotograf hat das Licht im Rücken.

Weiter in Teil 2.

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